Wo steht der Roland riesengroß?

Ein Großmast von unten fotografiert

In Bremen an der Weser. Wo der Fluss einen großen Bogen macht und wie das Spiel dort verläuft – hier im 2. Teil meiner Blogbeitrag Serie. 

„Danke Zladdi“

Da stehen wir nun. Mit unseren Schals in der Hand und voller Vorfreude auf das letzte Spiel zuhause am Osterdeich. Mannschaftsaufstellung und Hymne – das gibt es auf Auswärtsfahrten nie. Gänsehaut pur. Dann läuft die Mannschaft ein und der Blick geht zu allererst an den Spieler, der heute das letzte Mal im Werder Trikot den Rasen betritt. Zlatko Junuzovic. Er hat seinen Sohn auf dem Arm. Da ich doch sehr emotional bin, fange ich bereits an, mir einzureden – „nicht heulen Nadine, denk an was Schlimmes.“ Zu spät. Hab schon Tränen in den Augen. Auch, weil auf der Anzeigetafel „DANKE. ALLES GUTE JUNO!“ steht. Ja, sowas berührt mich. 6 Jahre für die Werderaner gekämpft und heute soll es das einfach gewesen sein. Aber für jeden ist es irgendwann an der Zeit zu gehen. Nachvollziehen kann ich es kaum, denn Bremen ist die schönste Stadt ( weil sie den SV Werder hat).

Anzeigetafel mit Danksagung an den Werder Bremen Spieler Zlatko Junusovic
Niemals geht man so ganz. Danke für alles!

In Bremen da lässt sich´gut leben

Ich liebe diese Stadt. All Ihre Facetten. Das Alte und das Neue. Schwer, die besten Spots zusammen zuschreiben, da es unzählig viele gibt. Für den Anfang kann ich jedem Besucher diese Stadtführung ans Herz legen… zudem:

Wenn ich mit dem Auto nach Bremen fahre und die Schilder sehe, dann kann ich dieses Gefühl kaum beschreiben. Hier hat alles angefangen. Meine Liebe zu Werder, mein Leben und mein Charakter. All das wurde hier geformt. Diese Stadt hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich so bin wie ich bin. Hier ist alles was Spaß macht. Fußball im Weserstadion. Meine Familie. Und ein kleiner Sportplatz in Horn-Lehe. Dort habe ich immer meinen großen Bruder auf der Fritzewiese angefeuert. Wie erwähnt: Ohne ihn wäre ich heute wohl kein bisschen Fußballverrückt.

Ein Schnappschuss aus dem Auto, zeigt 3 Werder Fans auf dem Weg nach Ingolstadt
Werder ist vererbbar.

Anpfiff – los geht’s

Grüner Rasen, es riecht nach Fußball. Es geht gegen Leverkusen und der Schiri pfeift die Partie an. Die Stimmung ist anfangs gut und nimmt später ab. Nicht im Block bei den Ultras aber ein wenig weiter außerhalb in der Ostkurve. Nehmt mir das bitte nicht übel, aber Auswärts ist es einfach geiler. Fan zu sein bedeutet für mich, auch mal Stimmung zu machen und mich nicht jeden Spieltag hemmungslos zu besaufen, um dann im Vollsuff ein Spiel zu gucken. Das kann ich auch zuhause – mit weniger Aufwand. Sehr schade, da bin ich zu verwöhnt von den Auswärtsfahrten. Aufruf an alle da draußen! Danke an die Ultras und die vielen Menschen, die jedes Mal den Weg auf sich nehmen, um unser Team anzufeuern. Der ganze Spirit springt über. Ihr macht jedes Spiel zu etwas ganz besonderem. 

3 Freunde im Werder Trikot im Bremer Weserstadion
Forza SVW

100 Worte zum Spiel

Werder hat die ein oder andere gute Chance in der 1. Halbzeit und stört Leverkusen immer wieder. Auf beiden Seiten gute Ansätze, die wie üblich im Sand verlaufen.  Außerordentlich ist natürlich (mal wieder) die Leistung von Pavlenka! Wie oft hat der uns jetzt schon den Arsch gerettet?! Doch Werder will einfach kein Tor gelingen. Gut, dass es bei den Gästen genauso aussieht und somit trennen sich beide Mannschaften  am Ende mit einem  0 : 0. Viel interessanter war jedoch der Blick zur Anzeigetafel. Als der HSV 1:0 hinten liegt, jubelt das Weserstadion. Insgesamt 3 Mal war die Stimmung famos – auch wenn die Grün Weißen torlos bleiben. 

Grün Weißer Rauch im Werder Fanblock
3 Punkte lösen sich in Rauch auf

Das war nicht immer so

Wir beschäftigen uns sehr viel mit den Ereignissen des letzten Spieltags oder der Saison. Weniger mit dem geschichtlichen Hintergrund. Aber ich möchte kurz beleuchten woher der Name „Weserstadion“ kommt und welche Geschichte sich hinter diesem Namen noch verbirgt. 

Alles hat damals 1909 mit einem Fußballplatz und einer Holztribüne angefangen. Damals genutzt für Fußball – später, 1926 mehr für politische Massenveranstaltungen. Das Stadion wurde ATBS-Kampfbahn genannt. ATBS steht für Allgemeiner Bremer Turn- und Sportverein.

  • 1930 wird das Stadion erstmals „Weser-Stadion“ genannt 
  • 1934 wird es von der Stadt übernommen und trägt den Namen: „Bremer Kampfbahn“. Sport ist nur noch Nebensache und viel mehr dient das Stadion der NSDAP und deren Gliederungen.
  • 1945 wird es dann „IKE – Stadion“ genannt und für amerikanische Sportarten wie Baseball und American Football genutzt.
  • 1947 erst wird das Weserstadion wieder neueröffnet und behält bis heute den Namen bei.
Bremer Münze mit Abbildung Roland
Brema-unbezahlbar!

Wer hätte das gedacht?

So trägt jedes Stadion und jede Stadt ihr eigenes Päckchen. Je mehr ich darüber recherchiere desto mehr traurige Augenblicke erfahre ich. Denn auch hier in diesem Bundesland kamen über 4000 Menschen bei über 173 Luftangriffen ums Leben. Heute, rund 73 Jahre später, sind wir sie noch immer nicht los. Menschen, die dem falschen Ideal hinterherlaufen. Es ist wie die Pest, die sich nicht ausrotten lässt. 

Bock auf ’nen Bremer? Oder doch lieber  ’nen Hamburger?

Warum mögen sich diese beiden Städte eigentlich nicht? Aufklärung sollte in der Stadtführung folgen, die ich euch oben empfohlen habe. Kurz: Es geht um eine Urkundenfälschung eines Erzbischofs, der den Namen Ansgar trug und geht tief in die Bremer Geschichte zurück.

Aus Fußballsicht: Natürlich gibt es in jeder Stadt ein Derby. Ein wenig Anti-Symphatie und Schadenfreude. Wie hier im Stadion gegen den Hamburger Sportverein. Man muss nur aufpassen, dass so etwas nicht komplett abdriftet. Ich erinnere an den Vorfall Adrian Maleika, der am 17.10.1982 aufgrund eines Kopftreffers mit einem Steinbrocken zum Pokal – Nordderby verstarb. Der Tag ist einer der traurigsten der deutschen Fußballgeschichte. Er war erst 16. Alles nur, weil eine Gruppe Hamburger Hooligans sich nicht unter Kontrolle hatte. 

In meinem Beitrag gegen die Partie gegen Stuttgart berichtete ich davon, dass auch wir ein schlechtes Erlebnis hatten – und ich frage mich, wo der Sinn hinter diesen Aktionen steckt?! Denn eins ist klar: Sollte sich nicht irgendwann etwas ändern und die Menschen mal zur Vernunft kommen… wenn es nicht aufhört, dass sich „Fans“ einander schaden und sich verletzen, werde ich – um im Bild der Überschrift dieses Abschnitts zu bleiben – wohl Veganer!

Das Beste kommt zum Schluss

Verpasst nächste Woche nicht den Beitrag über das Saisonende, viel Philosophie und die letzten Minuten in der Ostkurve im 3. Teil – Das Beste kommt zum Schluss. 

Autor: aufeinspiel

Nordisch by Nature!

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