Licht und Schatten

Werder Warriors Würzburg in Augsburg

Freunde des guten Fußballgeschmacks. Es ist wieder so weit. Hier schwarz auf weiß meine Stimme zum Auswärtsspiel gegen Augsburg. Etwas anders. Um an Infos rund um die Stadt Augsburg zu gelangen, klickt gerne auf meinen alten Beitrag „Augsburger Punktekiste“. Nun aber – auf ein Spiel!

Zur Abwechslung mal was anderes

Die Saison lief bisher zäh. Sogar so zäh, dass ich erst 7 Tage später die Muße und die Idee habe, den Beitrag nun doch zu verfassen. Mein Blog soll nicht nur eine Berichterstattung sein. Mir geht es um das Drumherum. Ich möchte jeden Einzelnen einladen, das „Fansein“ kennenzulernen. Sichtweisen zu teilen und manchmal auch zu sagen: „Die spinnt doch!“ Deswegen gibt es heute eine große Portion Gefühle und Philosophie.

Einmal nach Augsburg bitte

09:30 Uhr. Der Bus kommt in Würzburg an. Mit ihm 54 Würzburger Warriors, die heiß sind, 3 Punkte abzustauben. Endlich wieder Stadionluft schnuppern. Dazu kam ich diese Saison viel zu selten. Ein paar alte Gesichter erkenne ich wieder, ein paar Neue kommen dazu. Der Radius wird immer größer. Während der Busfahrt kommen tolle Gespräche zustande von „weißt du noch“ über „heute zählt’s“ bin hin zu dem, was uns alle eint: Die Liebe und Leidenschaft zum SV Werder Bremen.

Horst setzt sich zu Jendric und mir. Wir reden über das Pokalspiel am kommenden Dienstag. „Ich habe da ein gutes Gefühl, da der Pokal seine eigenen Gesetze hat“ sprudelt es aus mir. Horst stimmt mit ein. Wir verabreden uns für kommenden Dienstag und geben uns die Hand drauf, auf das nächste Pokalspiel zu fahren – im Falle des Weiterkommens.

Fans im Bus
Auf nach Augsburg!

Momente, Fotos und Freundschaften

Nach 4 Stunden Fahrt stehen wir vor der WWK Arena. Die Sonne scheint. Frühlingstemperaturen erheitern die Stimmung. Hier habe ich nur gute Erinnerungen, die kurz wieder aufblitzen.

WWK Arena in Augsburg dahinter der Himmel leicht bewölkt
Frühling im Februar

Gruppenfoto, begeistertes „Werder“-Rufen, weiter Richtung Eingang. Man kann auf einem Foto den Moment festhalten aber nicht die Story dahinter. Während hier geknipst wurde, war ich auf dem Weg, alte Freunde aus München wiederzutreffen. Aktuell sieht man sich nur zum Fußballspiel wieder. Da koste ich jede Sekunde aus. Nach vielen Umarmungen geht es nun in die Kurve.

Freunde in der Gästekurve.
Friendship never ends
2 Freundinnen in der Gästekurve
Fußball ist auch was Frauen!

Ein Satz mit X

Die Ultras geben so viel Halt in dieser Zeit. Gesänge erklingen. Wir stimmen mit ein. Die Stimmung ist famos. Wir führen. Danach liegen wir in der zweiten Halbzeit zurück und verlieren mit 2 : 1 in Augsburg. So fühlt es sich vermutlich in einem Kampf an, indem du nach einem fast-K.o noch einmal aufstehst, um dann den finalen Schlag zu kassieren. Mittlerweile regnet es und Kälte leitet den Abend ein.

Schild mit der Aufschrift an die Fans für Werder Bremen: Auf Wiedersehen
Auf Wiedersehen!

Einmal umdenken bitte

Licht und Schatten. Erst scheint die Sonne, dann ist es kalt. Wir führen und dann liegen wir zurück. Es ist ein Auf und Ab. Ich merke nach den 90 Minuten, dass ich mich von der Negativität anstecken lasse. Aber nur kurz. Dann weiß ich wieder, dass das nichts bringt. Ich hoffe, dass die Spieler irgendwann den Frust abschütteln können und spielerisch wieder das auf dem Platz zeigen, wofür ich diese Mannschaft in Grün-Weiß liebe.

Wir steigen wieder in den Bus. Ein paar Fans regen sich lauthals auf. Bringt nichts. Ein Unfall kurz vor unserem Standort. Vollsperrung. Nichts geht mehr. Noch mehr regen sich auf. Bringt nichts. Bitte nicht falsch verstehen, mein Herz blutet auch! Gerne würde ich den SVW im oberen Drittel der Bundesliga Tabelle sehen und 17 Punkte in der Bundesliga laden nicht gerade zum Träumen ein.

Haben wir denn verlernt, glücklich zu sein mit dem, was wir haben?

Jeder will nach Hause. Wollten die Autos vor uns auch, bevor ihnen ein Geisterfahrer entgegenkam. Hätte der Schiri etwas früher abgepfiffen, wären wir vermutlich auch von dem Unfall betroffen gewesen. Für ein paar Menschen geht es heute nirgendwo mehr hin. Aber soweit wird nicht mehr gedacht. Wir stehen „zufällig“ an einer Ausfahrt die uns direkt zum „goldenen M“ führt. Zeit, die man nochmal mit Freunden verbringen kann. So sehe ich das. Vielleicht ein toller Gedanke, wenn ihr das nächste Mal in einer solchen Situation seit: Nehmt das Positive mit. Freut euch über etwas Zeit und Ruhe. Versucht die „Zwangspause“ zu ignorieren. Gut und schlecht, erfreulich und störend, Licht und Schatten.  Das Eine kann ohne das Andere nicht existieren. Um 23:00 Uhr verabschiedet sich der Busfahrer von uns und wir steigen aus.

Wehende Fahnen in der Gästekurve. Dahinter die Kulisse des Stadions
Mit wehenden Fahnen nicht untergehen!

Und alle so „YEAH“

Ich spule vor auf Dienstagabend. Jendric, Horst und Max sind von der Partie. Nach dem  3 : 2 im Bremer Weserstadion gibt es kein Halten mehr. Max tut mir etwas leid, aber da muss er durch. Man bekommt mich eben ganz oder gar nicht. Wir stehen im Kreis, Arm in Arm und hüpfen durch die Wohnung. Währrend ich das schreibe, muss ich grinsen. Wenn jemand durch das Fenster gesehen hat, wird er sich seinen Teil gedacht haben. Aber das muss sein. So viel Frust fällt ab. So unfassbar viele Niederlagen. Wir sind wieder WERDER. Der Vize Befreiungsschlag von Trainer Florian Kohfeldt. Es tut so gut, in seine funkelnden Augen zu sehen.

Freunde im Wohnzimmer, die das Fußballspiel gucken
Wir sehen unsim Viertelfinale

Ich hoffe, die Mannschaft und Florian Kohfeldt nehmen diese Momente mit in das Nächste Spiel und in die ganzen Spiele danach. Auf Facebook, WhatsApp und auf den ganzen anderen Portalen immer nur Gemecker. Immer wird das Schlechte gesehen. Wir sind nur Menschen. Aber die Spieler auch. Und es ist verdammt schwer, den Schalter von „FUCK“ auf „YEAH“ zu stellen. Aber genau damit sollten wir anfangen. Und wenn es uns schwerfällt, dann den Spielern des SVW sicher auch. Und egal wie viel unsere Elf verdient, mental umzustellen ist eine Mammutaufgabe, die man nur zusammen bewältigen kann.

Also spart euch vielleicht den ein oder anderen Kommentar beim nächsten Spiel. Denkt mehr „YEAH“ und weniger „FUCK“! Licht ohne Schatten wäre eine Welt, in der wir alle nicht existieren würden. Ein Blütensamen wächst still und heimlich im tiefen dunklen der Erde. Ist die Blume erst einmal ans Tageslicht gekommen, wird sie von allen bewundert. Niemand erkennt den Weg, den sie hinter sich gebracht hat. Am Ende der Saison hoffe ich, dass ich diesen Satz noch einmal aufnehmen kann. In all seiner positiven Bedeutung. Dann verlinke ich diesen Beitrag kann vielleicht grinsend anmerken: „Schaut, Werder blüht.“

Wir sehen uns im Viertelfinale – Auf ein Spiel!

 

 

 

 

Autor: aufeinspiel

Nordisch by Nature!

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