SVW – SONNE – SIEG – die Auswärtsfahrt nach Stuttgart

Blick auf das Riesenrad des Stuttgarter Frühlingsfests

08:35 Uhr. München Hauptbahnhof. Der Zug fährt los. Heute Richtung Stuttgart.3 Punkte stehen heute auf dem Plan. 11 Leute sind dabei. Allesamt heiß auf den Sieg und auf das Spiel. Zudem: Eine Premiere. Denn eine Arbeitskollegin, die meinen Blog verfolgt, wollte unbedingt das erleben, worüber ich immer schreibe. Da lasse ich nicht lange bitten und nehme sie mit. Spannend zu erfahren, wie geschriebenes auf andere wirkt. Wie das Spiel ausging und wie Stella, meine Arbeitskollegin, das Spiel fand? Lest selbst.

Zugfahrt von München nach Stuttgart mit den Anhängern des Fanclubs Grün Weißes München
Auf nach Stuttgart: Gemeinsam startet die Anreise am Münchner Hauptbahnhof

Auf ins Schwabenländle

In aller Herrgottsfrühe geht es los, denn heute beginnt auch noch das Frühlingsfest in Bad Cannstatt. Da dürfen wir nicht fehlen. Auf der Zugfahrt Richtung Stuttgarter Hauptbahnhof im Regionalexpress, treffen wir erstmals auf Fans der Gegenseite. Man würde sich ja gern unterhalten, nur versteht man fast kein Wort. Der Dialekt ist eine komplette Sprache für sich und ein Wörterbuch wäre hier keine Fehlinvestition gewesen.

Natürlich fallen wieder die allbekannten Sprüche. Alles schon gehört. Mehr als nur einmal. Ironie ist, wenn die hardcore verschwitzen Leute, die man vom weitem riecht, einem erzählen wollen, dass man nach Fisch riecht. So eine Dusche am Morgen, die kann was! Nicht die Bierdusche, Freunde! 🙂

Die Stimmung dennoch gut aus unserer Sicht. Am Hauptbahnhof habe ich noch tolle Gespräche mitgenommen und neue Menschen kennengelernt. Das ist das Schöne an der Sache Fußball: man sieht sich immer wieder. Spiel für Spiel.

Auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. Werderfans vor dem Spiel.
Stella und ich mit neuen Bekanntschaften. Fußball verbindet!

Neben Frühlingsfest und Stuttgart 21 Baustelle für allen Reisenden, die sich ins „Ländle“ begeben ein paar Tipps rund um die schwäbische Metropole. Diese Orte sind in Stuttgart außerdem zu empfehlen:

Aber nun erst einmal los zum Gegenstück der Cannstatter Wasen –  zum Frühlingsfest!

Zwei gute Freunde inmitten des Fahrgeschäft-Rummels in Stuttgart
Long time no see: Der Oli war mal wieder auswärts am Start.

Hunde müssen draußen bleiben

Feste feiern können sie, die Stuttgarter. Auch wenn die Ultras wie Pitbulls vor dem Zelteingang warten. Ja, Leidenschaft und Liebe zum Verein kann ich verstehen und teilen. Gewalt nicht. Ich denke, diese Zeilen stehen mir zu, da ich selbst ein „hässliches“ Erlebnis, vor nicht allzu langer Zeit hatte. Vielleicht treffen diese Zeilen genau auch mal an die Menschen, an die es gerichtet ist. Werder und ich, das ist eine Art Beziehung. Mein ganzes Leben lang. Bedingungslose Liebe. Nichts und niemanden war ich länger treu, als diesem Verein. Was man liebt, verteidigt man. Aber warum eigentlich verteidigen? Wer will mir denn Werder wegnehmen? Eifersucht ist hier fehl am Platz.

Aber warum kann es dann sein, dass man nichtsahnend auf ein Spiel geht und Gewalt auf einmal zum Thema wird? Aus falschem stolz? Klar, wenn mich jemand angreift, bin ich die letzte die das akzeptiert. Aber warum greifen mich wildfremde Personen an? Warum passiert das, nur weil ich ein Trikot eines anderen Vereins trage? Sind wir hier schon wieder an der Grenze der Ausgrenzung? Und warum sind wir das?

Gerne kann mir jeder Mal seine Meinung dazu schreiben. Füllt dazu einfach mal das Kontaktformular aus.

Mich würde interessieren, was es für euch bedeutet, Fan zu sein und wie weit Eure Liebe zum Verein geht.

Der Anblick dieser aggressiven Gesichter, widert mich einfach nur an. Verteidigt etwas, was euch keiner nehmen kann, nur ihr selbst – eure Würde. Jeder Mensch, hat seine Daseinsberechtigung, egal welches Trikot er trägt. Ohne verschiedene Vereine würde es keine Bundesliga geben. Also geht mein Dank an alle Vereine. Auch wenn mein Herz für Grün-Weiß schlägt und auch ich nicht der Beste Freund vom HSV werde, greife ich nicht ihre Menschenwürde an.

Die Mercedes Benz Arena und der etwas andere geschichtliche Rückblick.

Blick auf die Mercedes Benz Arena
Gleich geht’s los. Wir laufen in das Stadion!

Da ist sie endlich. Rund 60.000 Zuschauer passen rein. Erstaunlich, welche Namen dieses Gebäude schon trug:

  • Mercedes Benz Arena
  • Gottlieb Daimler Stadion
  • Neckarstadion
  • Century Stadium
  • Adolf Hitler-Kampfbahn

Ja, richtig gelesen. Dieses Stadion hat eine tiefe Vergangenheit. Wer nachlesen möchte – bitte hier entlang. Interessant auch, dass das Stadion mal ein Fassungsvermögen von ca. 97.000 Zuschauern hatte. Durch die Umbauten von Steh- zu Sitzplätzen hatte man hohe Einbußen an Kapazität.

Jetzt aber rein da

Wir stehen im Block und das Spiel geht los. Endlich scheint mal wieder die Sonne. Keine Jacke und kein Frieren mehr. Die Laune könnte eigentlich nicht besser sein, wäre da nicht das schnelle Gegentor, das Werder kassiert. Stella steht mittendrin und ist erstaunt, dass trotz Rückstand, die Stimmung famos bleibt.

Blick auf die Kurve der mitgereisten Fans aus Bremen
Zusammen feiern wir die Mannschaft: GWM on Tour!

Egal was auch passiert…

Die Leistung der Mannschaft ist leider nicht nennenswert. Torchancen werden nicht genutzt und es macht keine Freude, der Elf in Grün und Weiß zuzusehen, wie sie 3 Punkte liegen lassen. Ich würde gerne von einem Tor berichten – aber das verschiebe ich auf das letzte Heimspiel gegen Leverkusen. Da ärgern aber nichts bringt, und so nutze ich die Zeit, um ein paar Freunden „Hallo“ zu sagen. Wie soll ich bloß die Bundesliga Pause ohne diese Menschen überleben?!

Blick auf Grün-Weißen Rauch in der Gästekurve
Pyrotechnik ist kein Verbrechen!

Nach Abpfiff machen sich einige Werder Fans an den Zaun und werfen Gegenstände auf die Fans des VFB. Kann ich nicht verstehen. Kann ich nicht teilen. Kann ich nicht gutheißen. Seit wann haben wir denn verlernt zu verlieren? Das gehört eben auch zum Fußball. Dieses Verhalten nicht. Verloren. Verdient. Kopf hoch und auf zum nächsten Spiel.

Wir verlassen die Kurve. Steigen später in den Zug und langsam geht die Sonne unter. Ich nutze die Zeit, um Stella zu fragen, wie sie als „Nicht-Fan“ das Spiel empfunden hat.

Drei Fragen an Stella

Stella, was genau war dein Highlight auf dieser Auswärtsfahrt?

Mein Highlight war die grandiose Stimmung bei Kaiserwetter und die Fankultur, die alle meine Erwartungen übertroffen hat. Die Fans wurden nicht müde, ihre Mannschaft anzufeuern und die Liebe zum Verein war echt ansteckend!

Welches Gefühl beschreibt die 1. Halbzeit am besten?

Habe viel Text gelernt, viel geklatscht, die Fahnen begutachtet und die Stimmung auf mich wirken lassen. Die Fans waren alle gut gelaunt und ich habe mich sehr willkommen gefühlt inmitten der Ultras.

Würdest du noch einmal mitkommen und warum?

Ich würde definitiv wieder mitkommen, weil ich herzlich aufgenommen wurde, einen heiden Spaß hatte und Werder beim nächsten Mal siegen sehen möchte 😉

Fünf Freunde im Werder-Trikot
Mittendrin statt nur dabei – Stella im Mittelpunkt des Geschehens

Autor: aufeinspiel

Nordisch by Nature!

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